Walbeobachtung in Bahia Solano Choco Kolumbien

Last updated on January 23rd, 2021 at 03:05 pm

Liebe Leser

Mein Name ist Frank und ich betreibe ein Reisebüro in Bogota, Kolumbien. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Reise nach Bahia Solano im Departement Choco Kolumbien

Letzte Woche, besuchte ich das Department Chocó. Chocó ist das westlichste Departement von Kolumbien und grenzt an die Pazifik- sowie Atlantikküste. Des Weiteren ist Chocó das Department mit dem grössten dunkelhäutigen Bevölkerungsanteil in Kolumbien. Man bezeichnet diese auch als „Negros“, was aber keinerlei Anlass zu Rassismus mit sich bringt.

Unser Kapitän hiess ausserdem „Negrito“, mehr dazu jedoch später. Nachdem ich die „Feria de Flores“ in Medellín besucht hatte, setzte ich meine Kolumbien Reise fort und nahm das Flugzeug nach Bahía Solano an der Pazifikküste.

Bis etwa zwei Minuten vor der Landung sieht man den Flugplatz nicht und hat das Gefühl, direkt im dicht bewaldeten Gebiet zu landen. Ausserdem ist die Landepiste sehr kurz, was das Landemanöver ausserdem sehr abenteuerlich erscheinen lässt. Im Flugzeug hatte ich zudem den Sitz direkt hinter dem Piloten.

Im Gegensatz zu grossen Flugzeugen verfügte dieser 20-Plätzer über keine Tür zwischen Cockpit und den Passagieren. Ich hatte daher freie Sicht nach vorne. Nach einer spektakulären Landung mit einem brüsken Bremsmanöver, begab ich mich zur Flughafenkontrolle. Diese bestand aus einem grossen Tisch und einer Handvoll Polizisten. Das Gepäck musste geöffnet werden und wurde durchsucht, jedoch mehr oberflächlich als genau. Kolumbienreisende, willkommen im Chocó.

Das Hotel Balboa, in dem ich reserviert hatte, wollte einen Fahrer schicken um mich abzuholen. Auch nach eingehender Suche fand ich diesen Fahrer jedoch nicht. Ich beschloss daher, selbst für meinen Transport zu sorgen und winkte mir ein Tuc Tuc heran. Im Hotel angekommen, bezog ich nach dem Check-in mein Zimmer.

Dieses war sehr gross, hatte eine Klimaanlage und einen riesigen Fernseher. Danach machte ich mich auf, das Hotel und die Gegend zu erkunden. Das Hotel hat vier Stockwerke und von der Dachterrasse hat man eine tolle Aussicht. Nur das Gebäude, welches man vorne hingebaut hat, stört die Aussicht. Man erzählte mir ausserdem, dass das Hotel von Pablo Escobar gebaut worden sei, wobei diese Information jedoch mit Vorsicht genossen werden muss.

Bei all den Erzählungen müssten etwa 50% aller Bauten in Kolumbien durch den ehemaligen Drogenbaron erstellt worden sein. Bahía Solano ist nicht besonders schön und gleicht vielen anderen kleinen Orten in Kolumbien. Der einzige Unterschied ist, dass die Bevölkerung mehrheitlich dunkelhäutig ist.

Eine Übersicht touristischer Angebote zu erhalten war gar nicht so einfach. Fremdenführer und weitere touristische Informationen waren kaum erhältlich. Für normale Reisende auf Kolumbienurlaub macht es dieser Umstand nicht leichter.

Ich besuchte darauf ein weiteres Hotel und erhielt glücklicherweise einen Namen und zwei Visitenkarten.  Die eine Visitenkarte gehörte zu einer Firma, die Walbeobachtungen organisiert. Ich rief die Nummer an und organisierte ein Treffen am Abend. Anschließend machte ich mich daran, meinen Computer mit dem Internet zu verbinden, was mehr schlecht wie recht gelang.

Ich war jedoch in der Lage mit meinen Mitarbeitern zu kommunizieren und einige E-Mails zu erhalten.

Am Abend traf ich Esteban und Mar wie telefonisch vereinbart. Sie erzählten mir, dass sie Biologen seien und seit einigen Monaten hier forschen würden und zusätzlich Touren anbieten. Ihr Unternehmen besteht aus vier Biologen, wobei drei auf Wale spezialisiert sind und einer auf Vögel. Ich muss hierbei erwähnen, dass die Pazifikregion bezüglich Artenvielfalt, aufgrund des Klimas, sehr gesegnet ist.

Der fünfte Partner ist Estebans Vater, der Finanzchef des Unternehmens. Wir hatten eingehende Diskussionen und das Konzept der Firma gefiel mir sehr gut. Wir vereinbarten, dass ich am folgenden Tag mit ihnen und einer Gruppe aufs Meer hinausfahren würde, um Wale zu beobachten.

Am Folgetag kam mich Mar, eine junge, sehr hübsche Biologin aus Spanien, im Hotel abholen. Wir spazierten etwa 15 Minuten zum Hafen, wo der Kapitän (Negrito) des Bootes bereits auf uns wartete. Aufgrund schlechter Wetterverhältnisse mussten wir den Ausflug jedoch auf den folgenden Tag verschieben. Der Wellengang draußen auf See war schlicht zu hoch.

Ich war nicht unglücklich über diese Entscheidung, da es den Rest des Tages wie aus Eimern goss und ich diese Zeit in Büroarbeit investieren konnte. Regen ist jedoch nichts außergewöhnliches, da die Pazifikküste zu den feuchtesten Regionen der Welt zählt. Am nächsten Tag war es endlich soweit und wir stießen zusammen mit einer Gruppe von circa acht Personen in See.

Das Boot war eher klein, jedoch für unsere Bedürfnisse ausreichend. Es vergingen keine 5 Minuten bis wir in der Ferne bereits die ersten Wale sichteten. Esteban erklärte uns, dass sie nach den internationalen Standards arbeiteten, um die Meeressäuger so wenig wie möglich zu stören. Wir beobachteten jedoch andere Boote in der Gegend, welche jeweils mit Vollgas auf die Wale zusteuerten. Dies hatte jedoch immer zur Folge, dass die Wale schleunigst abtauchten.

In den folgenden Stunden  sahen wir diverse Walgruppen,  Rücken und Schwanzflossen. Außerdem sahen wir einen Buckelwal zweimal springen. Dies war unglaubliches Glück, da man dieses Spektakel nur selten zu sehen bekommt. Esteban,  der  Biologie und Führer versorgte uns außerdem mit viel spannender Information aus der Welt der Wale.

Später landeten wir an einem Sandstrand, durchquerten einen Fluss und aßen in einer Hütte zu Mittag. Im Anschluss war ein kleiner Spaziergang und ein Bad im Fluss angesagt. Wir waren nun zu Fuss unterwegs und bekamen viele Informationen über das lokale Ökosystem und die Mangroven. Es war sehr interessant, die Informationen aus einer akademischen Perspektive zu erhalten.

Die Zeit verging jedoch wie im Fluge und wir mussten bereits wieder aufbrechen, damit wir vor Sonnenuntergang wieder in Bahía Solano waren. Es war ein sehr schöner und spannender Tag und etwas vom Interessantesten, was ich bisher in meinem Leben erlebt habe. In der Nacht träumte ich von springenden Walen.

Ich betreibe ein Reisebüro in Bogota, Kolumbien. Sollten Sie Interesse an Walbeobachtung in Kolumbien haben, kontaktieren Sie mich jederzeit.

Kolumbien Reiseführer

Wer inzwischen überzeugt ist, das Kolumbien angesteuert werden soll, dem biete ich unten noch einige Navigationshilfen.

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