Wie fährt man von San Agustin nach Pasto mit dem Auto?

Last updated on January 23rd, 2021 at 03:22 pm

Liebe Leser

Mein Name ist Frank und ich betreibe ein Reisebüro in Bogota, Kolumbien. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Fahrt von San Agustin nach Pasto

Wir liessen die Steinskulpturen von San Agustin hinter uns und machten uns auf den Weg Richtung Pasto. Pasto ist der Hauptort des Departments Nariño, welches im Süden an Ecuador grenzt. Wir hatten die Route so geplant, dass wir bei Bedarf die Reise in Etappen aufteilen konnten. Unser erstes Zwischenziel war Mocoa. In dieser Ortschaft fand vor einigen Monaten, aufgrund kräftiger Regenfälle, ein Erdrutsch statt. Es gab damals viele Tote. Anhand des Flussbetts konnte man sich das Ausmass der Verwüstung und der Naturkräfte noch vorstellen.

Nach kurzer Zeit war die Strasse nicht mehr planiert. Der Weg nach Sibundoy führte uns über einen Pass, der auch liebevoll Trampolin des Todes genannt wird. Die Steigung war enorm und meist war ein Kreuzen mit entgegenkommenden Fahrzeugen nicht möglich. Zudem fuhren Lastwagen stets auf der Berg zugewandten Seite.

Die Strasse erinnerte mich mehr und mehr an die gefährlichste Strasse der Welt in Bolivien, über welche ich einmal eine Dokumentation gesehen hatte. Auch Sebastian gab kaum mehr einen Ton von sich. Ich glaube, mein zügiger Schweizer Bergfahrstil zerrte enorm an seinen Nerven. Zudem freute er sich überhaupt nicht über die Aussicht, da diese aufgrund der Steilheit des Gebiets die mögliche und sehr hohe Fallhöhe erahnen liess.

Dass es dann auch noch regnete und zwischendurch dicken Nebel hatte, machte die Reise auch nicht erträglicher. Glücklicherweise waren wir jedoch in einem für solche Verhältnisse gebauten Fahrzeug unterwegs und konnten auch bergauf die langsameren Fahrzeuge immer wieder überholen.

Im Gegensatz zu anderen Verkehrsteilnehmern war unser Fahrzeug jedoch nicht mit einer Kristallkugel-Navigation ausgestattet. Ich konnte daher nicht vor oder innerhalb Kurven oder generell bei Null-Sicht überholen…

Nach einer Steigung von 2’000 Metern erreichten wir endlich die Passhöhe. Die Weiterfahrt wurde nun entspannter, da die Geschwindigkeit aufgrund mehrerer im Konvoi fahrender Fahrzeuge gedrosselt wurde. Überholen war nahezu unmöglich, da auch langsamere Fahrzeuge auf kurzen Geraden jeweils Vollgas gaben, um nicht überholt zu werden und sich dieser Schmach auszusetzen.

In flacherem Gebiet angekommen, machten wir im ersten Dorf erst einmal Rast und stärkten uns mit einem riesigen gebratenen Huhn. Die Weiterfahrt blieb kurvig, war nach dem überquerten Pass jedoch äusserst entspannend.

Ankunft in der Laguna de la Cocha

Als wir schliesslich in Sibundoy ankamen nutzten wir den Schwung, um gleichentags noch nach Pasto zu gelangen. Etwa 1 Stunde vor Pasto kamen wir an der Laguna de la Cocha vorbei, wo wir die Gelegenheit nutzten, das eindrückliche Panorama digital festzuhalten. Umso näher wir Pasto kamen, desto langsamer wurde der Verkehr.

Die generelle Geschwindigkeit war auf 30km/h beschränkt, wobei sich wundersamer Weise jeder daran zu halten schien. Es ist hier noch zu erwähnen, dass die „Pastusos“, wie die Einwohner genannt werden, sich national einigen Spot gefallen lassen müssen. Aus mir nicht erfindlichen Gründen, gelten die Pastusos im ganzen Land als die nationalen Schildbürger.

Pasto selber kann nicht gerade als Perle bezeichnet werden und die Hotels sind Mittelmass. Nach 2 Stunden Richtung Süden steht jedoch die Kathedrale „Las Lajas“. Diese wurde zwischen 1916 und 1949 erbaut. Das Monument, welches man dort ins Tal gebaut hat, hat mich schlichtweg überwältigt. Ein so imposantes Bauwerk habe ich noch selten bestaunen können. Die Kirche wirkt, als wäre sie anhand einer Vorlage von J. R. R. Tolkien, Autor von „Der Herr der Ringe“, erstellt worden.

Nach diesem Highlight dachten wir, es könne nicht noch besser werden, aber wir täuschten uns. Nach 2 Stunden Fahrt kamen wir am Vulkan Azufral an. Ich war noch nie auf, geschweige denn in einem Vulkan. Nach 90 Minuten Fussmarsch erreichten wir die Grüne Lagune innerhalb des Kraters auf rund 4’000 Metern und es roch verdächtig nach allerlei Gasen. An einigen Stellen dampfte und blubberte es. Ein lokaler Guide erklärte uns jedoch, dass wir keinen Grund zu Sorge hätten. Erfreulicherweise sprach dieser Führer sogar Englisch und landete sogleich in unserer Kartei.

Weiter Infos zu all den Sehenswürdigkeiten in Narino findet Ihr unter unseren Touristeninformationen.

Nach weiteren 2 Stunden Fahrt waren wir wieder zurück in Pasto. Nach einem langen und anstrengenden Tag gingen wir sehr früh zu Bett und beim Einschlafen dachte ich mir, in Kolumbien bin ich am richtigen Ort, wenn ich nicht hier leben würde, müsste ich sofort ins Reisebüro und einen Urlaub in Kolumbien buchen.

Kolumbien Reiseführer

Wer inzwischen überzeugt ist, das Kolumbien angesteuert werden soll, dem biete ich unten noch einige Navigationshilfen.

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