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Karwoche in Popayán

Popayán ist die Hauptstadt der Provinz Cauca und liegt im Südwesten Kolumbiens auf einer Höhe von 1760 Meter über Meer. Popayán gilt nicht nur als eine der schönsten und am besten erhaltenen Städte Lateinamerikas und ideal für einen Kolumbien Urlaub, sondern hat auch einen grossen historischen und kulturellen Reichtum. Die Stadt spielte eine entscheidende Rolle während der Zeit des Vizekönigreichs von Neu-Granada.

Die elegante Stadt mit weissen Strassen gilt als das Jerusalem Lateinamerikas, ein attraktives Ziel für einen Besuch auf  einer Kolumbien Reise, denn hier wird mit der Karwoche das wichtigste Ereignis des katholischen Christentums mit grossem Getöse gefeiert.

Die Prozessionen der Karwoche von Popayán sind eine der ältesten Traditionen Kolumbiens und haben 2009 die Anerkennung durch die UNESCO erhalten. Die Geschichte der Feierlichkeiten gehen auf das Jahr 1566 zurück, kaum 30 Jahre nach der Gründung der Stadt. Weil die katholische Tradition von den spanischen Eroberern eingeführt wurde, haben die Einwohner der Stadt einen sehr starken katholischen Glauben. Aus diesem Grund haben Künstler im Laufe der Zeit ihre Inspiration für die verschiedenen Passagen des Leidens und Todes Christi gewidmet.

Die religiöse Tradition der Feste war so stark, dass sogar während der Bürgerkriege im Land Waffenstillstände an Feiertagen vereinbart wurden, so dass die heiligen Sitten nicht durch Konflikte beeinträchtigt wurden. Dadurch konnten sich die religiösen Feste von Popayán über all die Jahre, ungestört durch politische und soziale Veränderungen, die das Land erlebt hat, erhalten.

Während der Karwoche finden 6 Prozessionen statt. Die wichtigsten sind die Eröffnung der Karwoche am Palmsonntag sowie die Prozessionen am Dienstag und Karfreitag. Während jeder Prozession marschieren die Gemeindemitglieder in einer heiligen Stille, unterbrochen nur durch die Chorintonation der Gebete und Antiphonen. Ein Besuch bietet sich für vor allem für religiös motivierte Touristen an.

Das Komitee Pro Semana Santa (Gemeinschaft der Freiwilligen, die für die Organisation dieses grossen Ereignisses verantwortlich sind) braucht jeweils Jahr um die religiösen Festlichkeiten vorzubereiten. Die Prozessionen von Popayán werden von einer strengen Organisation geleitet.

Die Aufrechterhaltung, Anordnung und Pflege der Stationen, an denen die Prozessionen durchgeführt werden, wurde von den Pfarrern durch ein städtisches Dekret vom 29. März 1675 an die Laien delegiert. Ebenso die Ehre, die „Pasos“ zu laden (Plattformen, auf denen die heiligen Kunstfiguren getragen werden), wird von Vater zu Sohn vererbt. Diese Plattformen können bis zu 600 Kilo wiegen und werden von acht Personen getragen, die die geschmückten Strassen der Stadt abschreiten und während der mehr als zwei Kilometer langen Prozession nur kleine Zwischenstopps einlegen.

An der Karwoche in Popayán teilzunehmen gründet nicht nur in einer religiösen Motivation. Es geht auch darum, die mehr als 500 Jahre alte Tradition und Geschichte hochzuhalten. Dieses Ritual ist einzigartig in Lateinamerika und charakterisiert sich durch seine Gesänge, Gebete und dem Weihrauch während der Prozessionen. Ein Besuch dieser ganz speziellen Woche kann durchaus ein Highlight auf einer Kolumbien Reise sein.

Seit 1964 wurde während der Karwoche ebenfalls das Festival der religiösen Musik abgehalten, das 2004 zum Kulturerbe des Volkes erklärt wurde. Das Festival ist dank seiner umfangreichen und historischen Geschichte eines der ältesten der Welt.

Die Vorbereitung des grössten religiösen Festes der katholischen Kirche hat zu einer kollektiven Sprache und Gemeinschaftsgefühl unter seinen Einwohnern geführt. Für Touristen ist es daher nicht nur ein einzigartiges ästhetisches Spektakel, sondern zeigt auch den sozialen Zusammenhalt, ein kollektives Identitätsgefühl der lokalen Bevölkerung und sollte in einem Kolumbien Urlaub nicht ausseracht gelassen werden.

©Fotos: www.semanasantapopayan.com
2018-03-01T14:49:24+00:00

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