Eine freche Affenbande und Häuser in den Bäumen

Ein Bericht aus Letizia, Amazonas, Kolumbien

Aus dem kühlen und windigen Bogota, es ist gerade Monat der Drachen, machten Sebastian und ich uns auf, Richtung Dreiländereck. Letizia im kolumbianischen Amazonasgebiet grenzt an Brasilien und Peru. Nach Iquitos sind es von hier circa einen Tag und nach Manaus circa 3 Tage per Schiff.

Beim Aussteigen aus dem Flugzeug spürten wir sogleich die Hitze und Feuchtigkeit vor Ort. In unserer Unterkunft stellten wir dann enttäuscht fest, dass keine Klimaanlage installiert war. Lediglich ein Ventilator sollte uns die nächsten Tage die heisse Luft ins Gesicht blasen. Wir liessen uns jedoch nicht davon entmutigen und machten uns sofort auf, um einen feinen Fisch zu essen. Danach besuchten wir verschiedene lokale Reiseanbieter, welche für alle ankommenden Gäste eine Palette von Möglichkeiten offerieren. Am nächsten Tag besuchten wir den Naturpark „Mundo Amazonico“, welcher ca. 30 Minuten Fahrt von Letizia entfernt liegt. Wir waren angemeldet und der Empfang war sehr herzlich.

Wir wurden von einem jungen Indio durch den Park geführt und sein Wissen war äussert eindrücklich. Er wusste alles über lokale Kulturen, Pflanzen und Tiere. Bei keiner meiner Fragen war er um eine Antwort verlegen. Es war die perfekte Einführung für uns. Am kommenden Tag fuhren wir mit dem Boot zu einem Naturreservat. Nach 2 Stunden Lehrpfad, auf dem uns ein lokaler Guide alles erklärte und jeweils auf die im Busch versteckten Tiere aufmerksam machte, kamen wir im Hotel an. Wir befanden uns nun auf peruanischem Territorium und zu meiner Freude reflektierte sich dies auch im einem typischen und hervorragenden Mittagessen. Nach einer Kanufahrt und Piranha fischen war dieser Tag viel zu schnell zu Ende und wir reisten zurück nach Letizia.

Den vierten Tag unserer Reise verbrachten wir in Letizia mit dem Besuch verschiedener  Hotels um diese in unsere Kolumbien Reisen zu inkludieren. Ausserdem wollten wir administrative Arbeiten erledigen. Aufgrund des unzuverlässigen Internets und einem Spiel der Fussballnationalmannschaft gegen Venezuela war der Arbeitstag bereits um 15.30 beendet. Leider spielten die beiden Mannschaften ein 0:0, was nicht zu ausufernden Feiern bei den Kolumbianern führte.

Am Freitag sollte der tollste Ausflug whrend einer unserer Kolumbien Reisen stattfinden. Wir fuhren mit dem Boot und einer Gruppe von 5 weiteren Personen nach Puerto Nariño. Dies mit einigen Zwischenstopps. Der erste Stopp war in Puerto Alegría, einem Dorf auf der peruanischen Seite des Amazonas. Dort angekommen kamen sofort Indios und präsentierten Wasserschildkröten, Papageien und hängten uns Faultiere um den Hals. Zudem kamen Affen in der Hoffnung auf Fütterung gerannt. Weiter konnte man sich mit einer Schlange fotografieren lassen. Der dafür zuständige Indio hatte das Reptil ständig in sehr festem Griff und ich schloss daraus, dass die Schlange nicht allzu motiviert war, Fotos mit Touristen zu machen. Die in einem Käfig von circa 4 Quadratmetern eingesperrte Wildkatze machte ebenfalls nicht den glücklichsten Eindruck. Ich persönlich denke, die Tiere überleben diesen Stress nicht allzu lange und werden bei ihrem Ableben einfach und rasch ersetzt. Für uns war völlig klar, diese Destination in Zukunft nicht in unseren Kolumbien Reisen und Touren anzubieten.

Beim nächsten Halt kamen wir auf der Affeninsel an. Nach kurzer Instruktion erreichten wir im Wald eine Lichtung und nach einigen Pfiffen der lokalen Guides kamen Heerschaaren von kleinen und süssen Äffchen gerannt. Sie kletterten und sprangen auf die Besucher und vor lauter Affen sah man teilweise den Touristen nicht mehr, ein richtiger Affenbaum. Das war ein wirklich lustiges und erheiterndes Erlebnis und die kleinen und verspielten Tierchen entzückten uns sehr.

Nach einem kurzen Abstecher nach Puerto Nariño und der Beobachtung von rosa Flussdelfinen mussten wir wieder zurückreisen, da die Distanz doch rund 60 km betrug. Auf dem Rückweg kaufte unser Kapitän noch 12 grosse Fische bei einem Fischer in seinem Kanu. Er bezahlte dafür unglaubliche 1.50 Dollar!

Der Amazonas ist für mich ein sehr magisches Gebiet und ich denke, jeder sollte dieses Naturschauspiel einmal im Leben erlebt haben und in seinem Kolumbien Urlaub nicht ausseracht lassen.

Pelecanus. Kolumbien Reisen.

September 2017

Blog Frank Spitzer

2018-12-11T15:12:08+00:00

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