Ciudad Perdida bei Santa Marta – Eine Reise in die verlorene Stadt in Kolumbien

Liebe Leser

Mein Name ist Frank und ich betreibe ein Reisebüro in Bogota, Kolumbien. Wenn Sie Feedback oder Vorschläge haben, schreiben Sie diese bitte in die Kommentare. Vielen Dank und eine gute Reise nach Kolumbien!

Ankunft in Santa Marta

Ich freute ich mich bereits als ich von Cartagena her kommend Santa Marta erreichte. Es war nicht meine erste Reise nach Santa Marta. In der Zwischenzeit hatte ich Santa Marta mehrmals besucht, das letzte Mal im Oktober des vergangenen Jahres, während einer Rundreise mit meinem Vater.

Die Altstadt von Santa Marta ist klein aber hübsch. Es gibt viele Restaurants, Strassenmusiker, Künstler und auch bezüglich Hotels hat sich der Ort in den letzten Jahren sehr entwickelt. Wie immer stieg ich in meinem Lieblingshotel ab, welches von einer Italienerin und ihrer Tochter geführt wird. Ich fühle mich dort jeweils wie zu Hause. Außerdem hat das Hotel keinen Schnickschnack und der Preis ist absolut fair.

Mit meinem Vater hatte ich damals einen Ausflug in den Tayrona Park gemacht. Dieser ist wirklich wunderschön und hat unglaubliche Strände, an denen man keine Menschenseele antrifft. Aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung muss man jedoch sehr aufpassen, dass man sich nicht verbrennt.

Der Tayrona Park ist eine perfekte Destination, um die Natur zu genießen und zu spazieren.  Sollte man jedoch für einen ausgedehnten Spaziergang nicht über die nötige Konstitution verfügen, kann man ebenfalls auf Pferden durch den Park reiten. Verschiedene Strände des Tayrona Parks sind außerdem von Santa Marta aus mit dem Boot erreichbar.

Möglichkeiten in und um Santa Marta findet Ihr übrigens in meinem Santa Marta Reiseführer.

Reise in die  Ciudad Perdida

Dieses Mal hatte ich jedoch keine Zeit für den Tayrona Park. Ich war hier, um die Ciudad Perdida, die „Verlorene Stadt“ zu besuchen. Diese wird immer wieder mit Machu Pichu in Peru verglichen. Ich kann inzwischen sagen, dass ein Vergleich durchaus zulässig ist, obwohl die Dimensionen von Machu Pichu einiges grosszügiger ausfallen.

Ich informierte mich beim lokalen Reiseanbieter und erfuhr, dass es Pakete für vier, fünf oder sechs Tage gibt. Ich entschied mich dafür, die Verlorene Stadt in vier Tagen zu besuchen und am nächsten Morgen sollte die Reise losgehen.

Es gibt durchaus bequemere Arten um von A nach B zu gelangen, als auf der Ladefläche eines Jeeps, zusammengepfercht 2-3 Stunden auszuharren. Wir waren nicht auf der Autobahn unterwegs, sondern den Hügel hinauf, einer kurvigen Straße entlang, die teilweise mehr aus Löchern als aus Strasse bestand.

Endlich angekommen, waren wir alle froh, auszusteigen und unsere Glieder zu strecken. Bevor wir jedoch den Marsch antraten, gab es zu unserer aller Freude zuerst einmal Mittagessen. Die Meisten in meiner Gruppe waren auf einer Kolumbien Rundreise.

Nach trockenem Fisch mit Reis waren wir gestärkt, um die Strecke in Angriff zu nehmen. Im Reisebüro hatten sie mich noch gewarnt, aufgrund der Feuchtigkeit besser synthetische Kleidung zu verwenden.

Sie hatten mir erklärt, dass ich so oder so nass werden würde, ob durch Schwitzen, durch Regen, oder aufgrund Durchqueren eines Flusses. Und sie sollten Recht behalten. Den ersten Tag überstanden wir noch ohne Regengüsse und kamen einigermaßen trocken im Camp an. Dort hieß es dann Badehose montieren und ab zum Fluss.

Alle Teilnehmer wurden vor die Wahl gestellt, entweder aus einer guten Höhe in den Fluss zu springen oder weiter unten in den Fluss zusteigen. Unser Guide machte es gleich vor und sprang mit einem Seemanns Köpfler, auch Kopfsprung genannt, inklusive Schuhe, aus circa 5 m Höhe in den Fluss.

Ich als der dienstälteste Teilnehmer knüpfte sogleich an, beliess es jedoch bei einem normalen Sprung mit den Füßen voraus. Das Wasser war angenehm kühl und erfrischte uns auf eine wunderbare Art und Weise. Die zweite Attraktion war ein über dem Fluss an einem Baum aufgehängtes Seil.

Dieses Vergnügen dauerte jedoch nur kurz. Bei meinem zweiten Versuch, übermotiviert einen möglichst großen Kreisschwung zu vollziehen und damit die Fliehkräfte völlig auszureizen, riss ich fast den ganzen Baum mit, womit dieses Spielzeug dann leider kaputt war. Es scheint, als hätten die Kolumbianer bei der Montage nicht mit einem Schweizer Infanteristen gerechnet.

Zurück im Camp gab es zwei Möglichkeiten zur Übernachtung. Kajüte Betten oder Hängematten. Trotz des Zusatzgewichtes, hatte ich meine eigene Hängematte und die dazu nötigen Materialien mitgebracht. Als ich die vorhandene Infrastruktur näher betrachtete, war ich über diesen Entscheid nicht unglücklich.

Zweite Etappe zur Ciudad Perdida

Am nächsten Morgen schien es jedoch, dass alle Teilnehmer sehr gut geschlafen hatten. Nach einem üppigen Frühstück machten wir uns zur frühen Stunde auch schon wieder auf zur zweite Etappe.

Der Weg ist das Ziel, so kann man dieses  Abenteuer wohl gut beschreiben. Die Wanderung war wirklich schön und aufgrund der zurück gelegten Höhenmeter, veränderte sich die Fauna ständig.

An einigen Punkten war in Distanz jeweils immer noch das Meer zu erkennen. Einige Streckenabschnitte bergauf waren jedoch sehr anstrengend und die Kleidung wurde durchgeschwitzt. An Verpflegung mangelte es uns jedoch nicht.

Regelmäßig gab es etwas zu essen und zu trinken und unser Guide versorgte uns jeweils bei Zwischenstopps mit spannenden Informationen. Er erzählte von der Geschichte des Gebietes und dem Anbau von Koka und Marihuana und deren Zerstörung durch den Staat, welche aufgrund der damals eingesetzten Chemie noch heute Auswirkungen zeigt.

Außerdem hatten wir einen Übersetzer dabei, der alles vom spanischen ins englische übersetzte, da die meisten Teilnehmer in unserer Gruppe des Spanischen nicht mächtig waren. Auch dieser Tag wurde wieder abgerundet durch einen Sprung ins kühle Nass und einem im Anschluss servierten Abendessen.

Dritte Etappe zur Ciudad Perdida

Am dritten Tag machten wir uns zeitig auf. Es sollte besonders spannend werden, da eine Flussdurchquerung und der Besuch der Verlorenen Stadt auf dem Programm standen. Um den Fluss zu überqueren, spannten die Führer der verschiedenen Gruppen ein Seil.

Dies diente dazu, dass sich die Teilnehmer festhalten konnten, damit sie trotz der starken Strömung nicht fortgeschwemmt wurden. Gleich im Anschluss ging es eine steile Treppe bis zur Ciudad Perdida hinauf.

Rauf war wahrlich kein Problem, aber ich machte mir Sorgen die Treppe wieder runterzusteigen. Die Stufen waren teilweise sehr hoch, ein bisschen rutschig und teilweise für sehr kleine Frauenfüße konstruiert.

Oben angekommen, begrüßten uns Mitglieder der kolumbianischen Streitkräfte. Diese sind in der Verlorenen Stadt stationiert, da anfangs der 2000er Jahre eine Reisegruppe von Guerillas entführt wurde. Des Weiteren hatten wir Glück und konnten auch den spirituellen Führer der lokalen Indios begrüssen, bei welchem auch ein Glücksarmband ersteigert werden konnte.

Die verlorene Stadt war sehr eindrücklich und hat mir sehr gut gefallen. Uns wurde erklärt, wozu die verschiedenen Zonen dienten und welche Funktionen diese hatten, wie man dort lebte und was diese Kultur ausmachte. Natürlich wurden von allen Besuchern Millionen von Selfies geschossen.

Nach einigen Stunden Aufenthalt in der verlorenen Stadt machten wir uns auf den Rückweg. Kurz nach dem Abstieg, begrüsste uns der Regen wieder, welcher uns bis zur Rückkehr nach Santa Marta begleiten sollte.

Ab diesem Zeitpunkt waren wir konstant nass, was jedoch keine Rolle spielte, da das Klima angenehm warm war. Der Regen war eine willkommene Abkühlung während des Marsches, einzig die Füsse, die haben gelitten.

Am Abend des dritten Tages waren wir alle froh im Camp anzukommen. Eine Dusche und trockene Kleider waren eine Wohltat. In dieser Nacht schliefen wohl alle sehr tief.

Vierte Etappe zur Ciudad Perdida

Am vierten Tag ging es wie gewohnt frühmorgens los und alle waren sehr motiviert, denn wir hatten drei wunderbare Tage hinter uns. Ausserdem schien in der verlorenen Stadt die Sonne, was unseren Aufenthalt sehr angenehm machte.

Die am vierten Tag zurückzulegende Strecke war jedoch lange und wir waren sicher 6 Stunden unterwegs. Einigen Teilnehmern ging es jedoch gesundheitlich nicht so gut. Einige mussten regelmäßig in die Büsche und Einer musste sogar auf einem Maultier zurücktransportiert werden. Nach diversen Gesprächen habe ich erfahren, dass dies keine Einzelfälle waren.

Aufgrund der sanitären Installationen und der generellen Hygiene, kommt es scheinbar immer wieder zu gesundheitliche Einschränkungen bei einigen der Teilnehmer. Glücklicherweise war ich jedoch nicht davon betroffen.

Ich zündete den Turbo und war als erster zurück am Ausgangspunkt, an welchem uns die Fahrzeuge abholen sollten. Die letzten der Gruppe kamen 2 Stunde später an. Alle waren glücklich aber auch froh, kurze Zeit später wieder in Santa Marta anzukommen.

Bei einem Kolumbien Urlaub und einem Aufenthalt in Santa Marta ist der Besuch der verlorenen Stadt sicher eine lohnenswerte Option. Aufgrund der beschränkten Infrastruktur und der zurückzulegenden Strecke sollte man jedoch über eine genügende Konstitution verfügen.

Dies ist nur eines der kleinen Stücke aller Abenteuer, die Sie in Kolumbien finden können. In meinem Kolumbien-Reiseführer finden Sie eine großartige Übersicht über viele weitere Ziele, die Sie besuchen können. Wenn Sie etwas komfortabler und stilvoller reisen möchten, sind maßgeschneiderte und luxuriöse Reisen meine Spezialität.

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Mai 2017/fs

2020-07-30T16:38:18+00:00

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